Ein produktiver Freitag

Bereits im April hatten M. und ich uns vorgenommen, Pflanzen für meinen Balkon zu besorgen, doch es kam einiges dazwischen. Nun habe ich mich für die vergangenen Wochen belohnt. Obwohl es die ganze Zeit geregnet hat hatten wir trotzdem Spaß im Gartencenter. M. und ich kennen uns nun gut rund vier Monate, sie hat bezüglich meiner Behinderung und deren Umgang gefragt und beobachtet und hat inzwischen ein gutes Gespür dafür, welche Informationen für mich relevant sind und welche nicht. So liefen wir durch das Gartencenter und sie sagte nicht nur „xy finde ich schön“ sondern sie hat mir die Pflanzen beschrieben und wenn sie mir gefielen, hat sie sie mir in die Hand gegeben damit ich sie mir näher ansehen konnte.

Da ich ein Mensch bin, der mit wenig Auswahl zufrieden ist und sich relativ schnell entscheiden kann, waren wir relativ schnell fertig. Ich fande knapp 17€ für einen Sack Blumenerde und acht Pflanzen recht günstig. Ich hatte als sie kam und ich meine Sachen packte erwähnt das ich auf Süßigkeiten-Entzug bin und deswegen fuhren wir auf dem Rückweg noch kurz einkaufen. Wir standen in der Kühlabteilung, sie griff nach meinem Pudding, guckt mich an und meint „Den Roten oder?“, „Du weißt schon das ich so gut wie farbenblind bin und mit der Angabe nicht viel anfangen kann?“, so standen wir vor dem Regal und sie erzählte mir, welche Sorte, welche Farbe hat. Wir fuhren dann zu mir nach Hause, brachten den ganzen Kram in meine Wohnung und während ich mir die Schuhe auszog fragte sie „Sollen wir die auch noch einpflanzen?“.

An für sich war das eine gute Idee, doch ich war körperlich schon etwas angeschlagen und wir hatten die zwei Stunden auch schon voll, aber sie überzieht gerne mal J. Also machten wir uns an die Arbeit und verteilten die Pflanzen auf die Balkonkästen und Töpfe. Die restliche Erde, die wir auf dem Fußboden verteilt hatten, hat sie netterweise weggesaugt. Als ich mit der Steckdose für den Staubsauger kämpfe, meinte sie „Du hast eine Schlaufe am Fuß“, „Muhaha, die Schlinge um den Hals zieht sich immer mehr zu“. Daraufhin musste ich an das Aufnahmegespräch mit N. beim alten Träger denken.

Er fragte damals ob Suizidgedanken bestehen würden und ich meinte nur trocken „Selbst wenn ich welche hätte, ich kann mich weder vor einen Zug werfen noch von einem Haus springen, aufgrund meiner Höhenangst“.

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