Ein aktiver Montag

Ja, das war er wirklich. Aufgrund der Tatsache das in der Ergotherapiepraxis, nach wie vor Personalmangel herscht, ist es derzeit schwierig Termine zu erhalten. So ergab es sich unglücklicherweise das es sich nicht lohnte, vor dem Trommeln noch nach Hause zu fahren. Im Gegensatz zu der Woche zuvor, lief die Therapiesitzung dieses Mal besser und ich hatte das Gefühl, etwas gemacht zu haben. Ich war danach kopfmäßig zwar ziemlich platt, aber zufrieden. Da mir der Bus vor der Nase weggefahren war, musste ich 15 Minuten auf den nächsten Bus warten.

Am Einkaufszentrum angekommen, lief ich M. und J. in die Arme und so gingen wir, gemeinsam für das Trommeln einkaufen. Ich nutzte die Gelegenheit und nahm, ein Paket Brot und zwei Flaschen Wasser mit. Bei den Räumlichkeiten des Betreuungsträgerr angekommen, fingen J. und ich an, das Gemüse und den Joghurt zu putzen und vorzubereiten. Da dieser Träger Menschen mit geistiger, körperlicher und psychischen Beeinträchtigungen betreut und M. sich darüber aufregte, das ihre Kollegen, sämtliche Dinge wegräumten und abschlossen, meinte ich „Ja, man muss die Dinge vor uns in Sicherheit bringen“.

Ein paar Minuten später gab J., mir ein recht großes Messer mit dem ich die Gurke schneiden sollte und meinte zu ihr „Du hast, aber Vertrauen in mir“. Es gibt so viele Menschen, die mich kaum kennen und Angst haben, mir so etwas anzuvertrauen, weil ich aufgrund meiner mangelnden Sehkraft, mich wer weiß wie schlimm verletzten könnte.

Die Trommelprobe an sich verlief sehr gut. H., J. und M. haben ein neues Stück geübt und wie in der Woche zuvor, habe ich beim ersten Stück, den Part des Beginners übernommen. Ebenfalls habe ich es bei diesem Stück geschafft, einen Schlag mehr als sonst zu spielen. In einem anderen Stück ging es darum, das einer aus der Gruppe, das Publikum zum Mitsingen einladen muss und, weil niemand reagiert hat, habe ich diesen Part übernommen. Ganz lustig war das H. sowohl bei den Proben, als auch bei den Auftritten, jedes Mal die zweite Strophe von Dieser Weg vergisst.

Und heute hat er sie zu früh gesungen. Wir waren gerade dabei den Refrain zu singen, als er mit der Strophe anfing, ich guckte M. an, weil ich total irritiert war und nicht wusste, was ich machen sollte. So habe ich gewartet bis er fertig war und bin dann wieder in den Text eingestiegen. Obwohl ich von der Ergo und auch anderen Dingen sehr geschafft war, habe ich es bis zum Schluss durchgehalten. Zufälligerweise war B. im Büro, die noch dazu in meiner Nähe wohnt und bot sich an, mich nach Hause zu bringen. Darüber war ich erleichtert, weil es nun immer früher dunkel wird und ich noch etwas Zeit brauche, um wieder in der Dunkelheit zurecht zu kommen.

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