Weihnachtsshopping

All die Jahre hab ich mir geschworen niemals in der Vorweihnachtszeit geschweige denn ein paar Tage vor Weihnachten die Innenstadt und noch schlimmer das Allee Center zu betreten und gestern ist es passiert. Ich konnte mich lange nicht entscheiden was ich meine Mutter zu Weihnachten schenken sollte, hatte mich dann entschieden und schwankte zwischen „zu Hause bleiben“ und „in die Stadt fahren“ und fand dann einen Kompromiss. In dem ich in meiner Buchhandlung des Vertrauens das Geschenk online bestellte, dann hätte ich es nächste Woche dort abholen können, da ich Anfang der Woche so oder so dort bin.

Alles lief soweit glatt bis ich die Bestätigungsemail erhielt in der stand „Lieferung voraussichtlich in 14 Werktagen“. Also schrieb ich eine E-Mail zurück das ich den Artikel stornieren möchte und fuhr deswegen in die Stadt, da sich im Allee Center eine weitere Buchhandlung befindet. Um den Wahnsinn der dort herrscht zu ertragen trank ich mir einen Kaffee und aß ein Brötchen bei Backwerk, während dessen scrollte ich durch Facebook und Twitter und sah das S. ebenfalls im besagten Center unterwegs war, eigentlich wollten wir uns auf einen Sprung treffen, doch wir haben einfach das Glück uns zu verpassen.

Nach der Stärkung lief ich zu Rossmann um für Ronja Futter zu holen, dann durch die Ritter Passage um neues Geld zu holen und stürzte mich dann ins Getümmel. Die ersten Meter dort sind immer fies, weil man sich erst einmal orientieren muss: wo bin ich, wo will ich hin, welche Hindernisse sind im Weg, wie viele Menschen sind unterwegs ectpp. Was ich süß fand als ich aus der Ritter Passage kam, die Straße überquerte und vor dem Center stand muss ich auf die umgebenen Menschen etwas verwirrt gewirkt haben, denn ein Mann wurde auf mich aufmerksam und meinte „Hier entlang, hier ist die Tür“, hielt sie auf, ich ging durch „Und hier kommt gleich die nächste Tür“.

Das meine Lieben, ist Hilfsbereitschaft gegenüber Menschen mit Einschränkungen, das tut gar nicht weh, im Gegenteil man kann sein Gewissen beruhigen da man eine gute Tat erledigt hat. Ich lief also von dort aus bis an das Ende des Centers, doch das Durch kommen war gar nicht so einfach da sich in etwa der Mitte des Centers eine Weihnachtsbühne befindet und hier haben sich alle Menschen gesammelt und sind nicht zur Seite gegangen, also musste ich sowohl die Ellbogen als auch den Stock ausfahren, wie oft ich den Satz „Kannst du nicht besser aufpassen“ gehört habe.

Nun gut, ich erreichte mein Ziel. Wie Sally schon richtig sagte ein Einkauf bei Thalia gleicht einer Schnitzeljagd. Ein Buch mit meinem Sehrest zu suchen ist sinnlos, also ging ich zur Info, doch diese war nicht besetzt, also stellte ich mich an der Kasse an um dort zu erfahren ich solle bitte zur Info gehen, dort wurde ich bedient, ging wieder zurück zur Kasse wo dann oh Schreck, das EC-Karten Lesegerät defekt war, aber ich hatte Glück. Mit meinem Einkauf ging ich wieder zur Info um zu erfahren dass das Einpacken weiter hinten im Laden an der zweiten Info stattfindet, immerhin war die Dame so nett und hat mich dorthin gebracht.

Aus Erfahrung weiß ich das mein Körper keine Anstrengung mag also sprang ich bei Rewe rein, kaufte zwei Flaschen Wasser, drei Salamis und eine Packung Schokolade. Um die Körpertemperatur wieder runter zu regulieren und auch als Belohnung gönnte ich mir eine Kugel Eis von meiner Lieblingseisdiele. Ich war lange nicht mehr in diesem besagten Center, letztes Jahr um diese Zeit war ich mit J. regelmäßig dort, Rewe, Thalia und die Eisdiele war unser wöchentliches Ritual, sie hat definitiv gefehlt, aber ich war auch stolz auf mich das ich es trotz meiner aufkommenden leichten Panik durch gezogen habe.

Neben dem oben erwähnten „Kannst du nicht besser aufpassen?“ hab ich wieder erlebt dass die Menschen abartig ignorant sind. Ich bin mit meinen Einkäufen, einer Gesichtsfarbe die einer Tomate glich und leichten Schwindelattacken gefühlte 20 Mal im Kreis gelaufen um einen Sitzplatz zu finden, am Ende hat mir eine Mutter mit einem kleinen Kind einen Platz angeboten. Ebenfalls toll fand ich als ich das Center verließ das die Frau vor mir die Schwingtür los ließ, bevor ich draußen war und die Tür an meinem Zeigefinger stoppte.

Vollkommen erledigt, aber zufrieden ging es zum Westentor um nach Hause zu fahren, ursprünglich wollte ich einen Bus später fahren um beim Center einen Braten zu holen, doch ich war so dermaßen platt das ich den früheren Bus genommen hatte und direkt nach Hause gelaufen bin. Ich war gut drei Stunden unterwegs bin so ziemlich einmal im Kreis gelaufen und habe rund 32 € ausgegeben. Was an der ganzen Geschichte bitter ist als ich nach Hause kam hatte ich von meiner Buchhandlung des Vertrauens eine E-Mail erhalten mit der Mitteilung dass es noch einen anderen Lieferanten gibt der den Titel vorrätig hatte und ich hätte ihn noch pünktlich bekommen.

Man hätte sich das Ganze einfacher machen können in dem ich einfach angerufen hätte, aber wie heißt es so schön? Hätte, Hätte, Fahrradkette.

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