Die erste Januarwoche

ich hatte nach Weihnachten mit dem Zucker messen anfagen wollen, doch nach wie vor stehe ich mit den Lanzetten auf den Kriegsfuß. Am Donnerstag erhielt ich nun auch für die dritte Stechhilfe, die passenden Lanzetten und was soll ich sagen? Es klappt plötzlich doch nicht. Also nahm ich noch einmal die Stechhilfe vom zweiten Messgerät und siehe da, es klappt. Das einzige Problem was jetzt noch bleibt, ist die Tatsache das ich derzeit nur am Mittelfinger Blut bekomme, dementsprechend schmerzt er inzwischen. Am Dienstag machte ich mich auf den Weg zur Ergotherapie – Endlich hatte mich der Alltag wieder.

Zwei Haltestellen nach mir, stieg ein älteres Ehepaar ein, Sie: „Wollen wir am Autohaus oder am Kreisel aussteigen? Dann können wir uns bei … noch ein Stück Kuchen holen“, Er: „Ja, können wir machen“ und ich dachte „Ja, so stelle ich mir das Rentnerdasein vor“.  Da ich am Dienstag solche Puddingbeine hatte und froh war, den Weg zur und von der Ergo nach Hause geschafft zu haben, entschied ich mich am nächsten Morgen zur Bank zu gehen. Ich war müde und hatte wenig Lust, aber ich brauchte dringend Bargeld.

Als ich fußläufig an der Sparkasse ankam, bediente ich den Automaten wie immer, doch ich erhielt meine Karte zurück, aber kein Bargeld. Ich dachte erst, vielleicht ist der Automat kaputt, doch an einem anderen Automaten hatte ich auch kein Glück. Also drehte ich mich um und ging zehn Meter weiter zum Servicepoint. Auch wenn mir das ganze ziemlich unangenehm war, trug ich dort mein Anliegen vor und erfuhr, das meine EC Karte abgelaufen war.

Auf dem Rückweg dachte ich „Du hättest die Post nicht nur öffnen sondern auch lesen sollen“. Die Dame war so nett und hatte mir Bargeld ausgezahlt.   Am nächsten Tag saß ich im Wartebereich der Ergotherapiepraxis, Mitarbeiter zur Empfangskraft: „Ich finde man sollte Brokkoli und Blumenkohl verbieten“, kurz danach haben sie Tetris spielen müssen, als es darum ging, wer welchen Raum bekommt. Ich mag diese Praxis einfach J

L. hatte mir wieder eine detailreiche Geschichte zum Merken erzählt, holte ihr Knobelbuch hervor, blättert darin „Das ist zu scher für dich“, „Wow, wir haben was gefunden, was zu schwer für mich ist“, „Obwohl, wir könnten es versuchen“. Sie nannte mir das Wort Lichtschalter und ich sollte daraus neue Wörter bilden. Sie hatte den entscheidenden Vorteil, das sie das Wort vor sich auf einem Blatt Papier stehen hatte, ich musste mir das Wort vor dem inneren Auge vorstellen.

Es hat ganz gut geklappt und irgendwie hat es auch Spaß gemacht. Jedoch muss ich sagen dass 2x 45 Minuten Therapie die Woche echt schlaucht. Anderseits ist es eine gute Steigerung um meine Fähigkeiten zu erweitern, immerhin ist das langfristige Ziel, irgendwann wieder zu arbeiten.

Der Freitag fing bereits schräg an: Ich wurde um sechs Uhr wach und konnte nicht mehr schlafen, da ich meine Medikamente mit dem Essen erst nach 8 Uhr nehme, las ich zur Ablenkung noch etwas. Ich hatte einen Flummi im Kopf und unglaublichen Bewegungsdrang. Nach dem Frühstück machte ich mich also daran, die Küche weiter auf Fordermann zu bringen. Zum guten Schluss brachte ich dann noch den Müll und das Altglas raus, doch meine Betreuerin hatte sich immer noch nicht gemeldet. Als ich gegen halb drei Nachmittags immer noch nichts von ihr gehört hatte, hatte ich ihr ne Nachricht geschrieben.

Aufgrund dessen das ich es vermeide im Dunkeln einkaufen zu gehen und sie sich nicht zurückgemeldet hatte, hatte ich mich dann auf den Weg zum Supermarkt gemacht. Als ich gerade vor der Tomatensoße stand rief sie mich dann an. Wie ich es mir gedacht hatte, war sie nach ihrem Termin bei der Physiotherapie eingeschlafen. Alternativ hatte sie mir, für Samstag einen Termin angeboten, doch ich treffe mich morgen mit M. also vereinbarten wir das wir den Termin am Montagmorgen nachholen werden.

Das Ende von diesem schrägen Tag war, das ich im Lieblingssupermarkt an der Kasse stand und mir siebendheiss einfiel, das meine EC Karte zu Hause liegt. Also rief ich meine Mutter an, die Gott sei Dank, geradebei ihrem Freund und somit in unmittelbarer Umgebung war. Sie kam vorbei und borgte mir Bargeld aus, mit meinen Einkäufen machte ich mich dann auf den Weg nach Hause.

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